
Carl Friedrich Schröer
Ob es der erhoffte Regime Chance im Braunkreuzland Beuys wird? Die Stiftung Museum Schloss Moyland jedenfalls konnte für ihre über 6000 Werke zählende Beuys Sammlung, zuzüglich der 200.000 Bestände des „Beuys-Archivs“ nach über zweijährigen, zähen Verhandlungen mit Eva Beuys (geb. 1933) und ihren Kindern jetzt eine „umfassende“ Vereinbarung verkünden, die auf Moyland schon als „wegweisend“ gefeiert wird.
Was heißt umfassend?
Das Land Nordrhein-Westfalen hat damit 36 Jahre nach Stiftungsgründung zumindest einen der Geburtsfehler dieser unrühmlichen Landes-Stiftung bereinigt. Das kam dem Land teuer zu stehen. Allein die Bild- und Nutzungsrechte an der hauseigenen Beuys-Sammlung sollen, so die offizielle Erklärung, 3,25 Millionen Euro gekostet haben.

NRW Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU), sie ist neben Ministerpräsident Hendrik Wüst Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, war nach Bedburg-Hau geeilt, um auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz den „Durchbruch“ zu verkünden. In ihrer Doppelrolle verkündete sie gleich triumphierend: „Schloss Moyland hat gewonnen.“ Die Erleichterung über den Sieg war ihr anzusehen. Doch worin besteht eigentlich der Durchbruch und was meint Brandes, wenn sie erwartet, mit dieser neuerlichen Geldspritze die Forschung zu Beuys „extrem“ voranzubringen? Endlich, so war zu erfahren, soll eine Beuys Online-Datenbank aufgebaut und das lange erwartete Werkverzeichnis zur Beuys-Sammlung auf Schloss Moyland erstellt werden.
Eigentlich sind das Selbstverständlichkeiten. Aber genau das wurde jahrzehntelang vom Vorstand der Stiftung blockiert. Stattdessen wurde die „Beuys-Witwe“ als die große Verhinderin und böse Blockiererin hingestellt. Auch das gehört seit Gründung dieser vermaledeiten Landesstiftung zum unguten Ton auf Moyland.
Am 11. Juli 1990 wurde die Stiftung Museum Schloss Moyland gegründet, sieben Jahre später das Museum eröffnet. Das baufällige Schloss brachte die Familie von Steengracht ein, Hans und Franz Joseph van der Grinten stifteten ihre weitgespannte Kunstsammlung, dazu das „Beuys-Archiv“. Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) übernahm für das Land Nordrhein-Westfalen die Rolle des alleinigen Zahlmeisters dieser weit abgelegenen, aber kostspieligen „Beuys-Zentrale am Niederrhein“. Das Land zahlt bis heute alles, was den baulichen Ausbau und Erhalt und die die finanzielle Ausstattung des Museumsbetriebes betrifft, Das beläuft sich (ohne Baukosten und Sondermittel) mittlerweile auf über 4,5 Millionen Euro por Jahr.
Palazzo Randale
Das Land hat mit Stiftungsgründung die Kontrolle über die öffentlichen Gelder aus der Hand gegeben, die sie großzügig in diese Stiftung einspeist. Doch ist sie auch bindend verpflichtet, mit Steuergeldern sorgfältig umzugehen. Das kann man aber im Fall Moyland nun wirklich nicht behaupten. So sah sich das Land 2010 genötigt, zusätzliche Gelder in einem sechsstelligen Bereich aufzubringen, um überhaupt erstmals ein Verzeichnis der Sammlungsbeständen erstellen zu lassen, die doch einst die Van der Grintens gestiftet hatten. Das hatte man, zweiter Geburtsfehler, bei Gründung der Stiftung glatt unterlassen. Als dieses Werkverzeichnis endlich fertig auf dem Tisch lag, verweigerte Franz van der Grinten, der für die Familie van der Grinten bis heute im Vorstand der Stiftung sitzt – gegen den ausdrücklichen Wunsch der Landesregierung – seine Zustimmung zur Veröffentlichung.
Was haben sich die Brüder van der Grinten angeeignet?
Wieder nichts. Wieder Hornberger Schießen im Moyländer Bruch. Eva Beuys und ihre Kinder Wenzel (geb. 1961) und Jessyka (geb.1964), zusammen bilden sie den Beuys-Estate, pochen seit dem Tod von Joseph Beuys 1986 auf Herausgabe des privaten Beuys-Archivs und auch auf eine größere Anzahl von Beuys-Werken. Mit dem Veto von Franz van der Grinten lag der Streit um wesentliche Eigentumsanteile an Beuys‘ Werken und Archivalien weitere 16 Jahre auf Eis, vom dem die Kuh erst jetzt mittels erheblicher Steuermittel geholt werden konnte.
Die Bild- und Nutzungsrechte, die Eya Beuys in der Folge dem Moyland-Museum verweigerte, waren da nur ein geringer Ausläufer dieser Eigentumsklage.
Das alles konnte Ina Brandes wahrlich nicht auf der Pressekonferenz auf Schloß Moyland offenbaren. Es hätte bedeutet, dass das Land NRW weiteres Steuergeld für Beuys Werke ausgibt, die nach Überzeugung des Stiftungsvorstands van der Grinten bereits Eigentum der Stiftung sind. Falls die Eigentumsansprüche des Beuys-Estate mit der nun geleisteten Millionenzahlung pauschal abgegolten sind, macht die Höhe der Zahlung Sinn. Doch genau hierüber hat man einvernehmlich Schweigen vereinbart.
Als dritter Geburtsfehler der Moyland-Stiftung stellt sich nach wie vor das Einstimmigkeitsprinzip des Vorstands heraus. Das Land NRW hat zu zahlen, aber nicht das Sagen. So ist das Museum Schloß Moyland gleich mit seiner Gründung zum Streitfall und Sorgenkind im vielbewunderten Museumsland Nordrhein-Westfalen geworden. Das Land NRW trägt zwar rund 95 Prozent der Kosten des Museumsbetriebs, unterliegt aber von Mal zu Mal der Stiftungssatzung. Die van der Grinten können auch weiterhin das mit öffentlichen Mitteln finanzierte Museum – nach der Kunstsammlung NRW erhält es den zweithöchsten Landeszuschuss – quasi als Privatunternehmen führen. Der Vorstand der Stiftung nimmt »die laufenden Geschäfte wahr« und fasst Beschlüsse einstimmig. Sonst eben nicht.
Zu den Merkwürdigkeiten auf Moyland zählt das Kölner Galeristenpaar Franz und Nadia van der Grinten bis heute. Franz sitzt im Vorstand, Nadia im Kuratorium der Stiftung.
Beuys-Stiftung ohne Witwe – Rechnung ohne Wirtin

Eva Beuys hatte mit dem Tod ihres Ehemanns zusammen mit ihren Kindern Wenzel und Jessyka den gesamten künstlerischen Nachlass von Joseph Beuys (1921–1986), darunter Arbeiten, Entwürfe und Dokumentationen seines Schaffens geerbt. Dazu zählen insbesondere die Vergabe- und Nutzungsrechte für Ausstellung, Publikationen und Forschung. Die Stiftung in Moyland hatte also die Rechnung ohne die Wirtin gemacht. Die Witwe und mit ihr der Beuys-Estate in Düsseldorf verweigerten zäh und konsequent fast jede Zusammenarbeit mit der Moyland-Stiftung (nur gelegentlich mit anderen Museen und Verlagen). Einen Mangel an Beuys-Ausstellungen oder Beuys-Publikationen gab es gleichwohl nicht.
Die Moyland-Stiftung konnte kein Plakat zu Beuys, keinen Flyer, nicht mal ein T-Shirt mit einem Beuys-Motiv drucken. Moyland war isoliert. Doch war die Eva Beuys-Blockade so total nicht, wie es gerne behauptet wird. Moyland hätte wie andere Häuser auch, zu Beuys forschen und ausstellen können. Auch Kooperationen hätte man eingehen und Kataloge zumindest für die Laufzeit der Ausstellungen hätten erscheinen können. Weder der Beuys Estate, noch die Die VG-Bild Kunst waren da im Wege. Warum sich der „weltweit größte Komplex mit Arbeiten des Künstlers Joseph Beuys“ (Eigenwerbung) weitgehend lahmgelegt sah, liegt eher am Zerwürfnis innerhalb des Stiftungsvorstands. Das „internationale Forschungszentrum zu Joseph Beuys“ hat nicht arbeiten können, solange seine Bestände vom Beuys Estate reklamiert wurden.
Die Künstlerische Direktorin, Antje-Britt Mählmann, zeigt sich nun „heilfroh“, dass ihr Museum künftig „in Eigenregie“ das Beuyssche Werk erforschen und verbreiten könne. Sie kündigte auch gleich erste Kooperationen an, so mit den Deichtorhallen Hamburg, wo für Oktober 2027 eine Ausstellung „Beuys und die Kunst der Gegenwart“ geplant ist. Zur kommenden Documenta wird Mischa Kuball die Beziehungen von Beuys zur Documenta aufgrund der Moyländer Bestände aufbereiten und auch die Beziehungen von Beuys zu Aby Warburg künstlerisch untersuchen. Zur übernächsten Biennale in Venedig will Mählmann die Bestände der Beuys-Sammlung dann in einer bereits ausgesuchten Kirche vorzeigen. Das lange Schmoren hat ein Ende. „Tafel I, II und III“ („Pilzbilder“), die auf Beuys’ Verbindung zum New Yorker Komponisten John Cage verweist, kann nun ebenso vom Museum Moyland wissenschaftlich bearbeitet und in Ausstellungen gezeigt werden wie andere Schlüsselwerke der Sammlung, zum Beispiel die „Hasengräber“ oder „Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet“.
Durchbruch mit Haken. VG Bild-Kunst ausgebootet
Die jetzt erfolgte Vereinbarung ist nicht nur teuer bezahlt, sie kann zu einer urheberrechtlichen Geisterfahrt in Sachen Beuys führen. Sie betrifft allein die Bild- und Nutzungsrechte für die Sammlungsbestände der Moyland-Stiftung. Schon zehn Kilometer weiter, etwa in Kleve, liegen die Dinge ganz anders. Da, wie überall sonst, hängt jetzt mehr denn je alles vom Wohl und Wehe des Beuys Estate ab. Die große Ausnahme ist das Hessische Landesmuseum Darmstadt wo der „Beuys-Block“ bewahrt wird. Dort hat man sich von Anfang an mit Eva Beuys und der VG Bild-Kunst über alle Urheberrechtsfragen geeinigt.

Was Ina Brandes mit „umfassend“ meint, erweist sich zumindest für das Museum Schloss Moyland als Kompakt-Paket. Verhandelt und geschnürt hat es Rene S. Spiegelberger von der Hamburger Spiegelberger Kunststiftung. Spiegelberger sitzt für die Familie van der Grinten auch im Kuratorium der Moyland-Stiftung. Mit im Paket ist die Vervielfältigung der Beuys-Werke, ihre Abbildung in Büchern, die Erstellung von Bild- und Tonträgern, Merchandise-Artikel für den Museumsshop, die Nutzung für Marketing- und Werbezwecke, für Webseiten und Social Media und auch die Verbreitung von Werken im Rahmen des Zitatrechts.
Fettecke sei wachsam
Da das Urheberrecht prinzipiell nicht übertragbar ist, bleibt es auch nach der Vereinbarung beim Joseph Beuys Estate. Der wiederum hat, auf Verlangen des Landes NRW (beraten durch die Berliner Kanzlei Nordermann) jüngst seinen Vertrag mit der VG Bild-Kunst gekündigt. Er will nun seine Urheberrechte gleichfalls in Eigenregie wahrnehmen. Künftig müssen also alle urheberrechtlichen Fragen mit der unmittelbar Beuys Familie geklärt werden, Diese wird sich bei Streitigkeiten gezwungen sehen, Klage gegen Missbrauch zu erheben. Was mit den vielen Altverträgen mit der VG Bild-Kunst wird, ist dabei nur eine der vielen offenen Fragen. Welche Folgen der Austritt aus der VG Bild-Kunst nach sich zieht, wird die Kunstwelt noch lange beschäftigen.
Licht am Ende des Tunnels ist immerhin in Sicht. 2056 erlöschen alle Rechte an Beuys-Arbeiten. Fast. Alle Fotos, die Eva Beuys persönlich gemacht hat, bleiben noch 80 Jahre nach ihrem Tod geschützt.
Rückblick 2016
Palazzo Randale
Der Streit um Schloß Moyland geht in die nächste Runde
Carl Friedrich Schröer
In Park und Schloss haben die Handwerker Einzug gehalten. Für gut neun Monate bleibt das Museum Schloss Moyland geschlossen. Das große Reinemachen hat begonnen. Gelang es der neuen Landesregierung unter Jürgen Rüttgers (CDU) schon nicht, die sperrigen Stiftungsstrukturen zu verändern – der dreiköpfige Stiftungsvorstand ist nur bei Einstimmigkeit handlungsfähig – wird jetzt die Generalüberholung der leidigen Liegenschaft in Angriff genommen. Boden und Wände werden neu verkleidet. Die neue Museumsdirektorin Bettina Paust arbeitet, nach jahrelangem Gezerre um die Nachbesetzung der Stelle, seit knapp einem Jahr an der ausnahmsweise „einhellig“ beschlossenen „Neukonzeption und Neuhängung“ der ständigen Sammlung. Besonders die seit Stiftungsgründung 1997 dort übliche „Moyländer Hängung“ dicht bei dicht soll „aufgebrochen“ werden. Der wertvolle Bestand an Beuys-Werken (je nach Zählart sind es zwischen 3000 und 6400 Beuys-Werke) soll durch „komplexe wie sparsame Setzungen“ neu zur Geltung gebracht werden. Erstmals fand sogar ein Gespräch mit Beuys´ Witwe Eva statt. An die Arbeit, fertig, los.
Vorwürfe, Eitelkeiten, eigennützige Motive?
In diesen Neuanfang platzt jetzt ein Interview im Berliner Kunstmagazin „Monopol“. Dort holt Gerhard van der Grinten, ältester Sohn von Beuys-Sammler Franz-Joseph van der Grinten, zu einem Rundumschlag aus.
Panik-Attacke oder gezieltes Sperrfeuer? Als „Sprecher der Sammlerfamilie van der Grinten“ zieht van der Grinten gegen Freund und Feind gleichermaßen zu Felde: Heiner Bastian, der den Museumsbetrieb auf Moyland harsch kritisiert, unterstellt er „pures Gewinnstreben“, Marion Ackermann, die neue Direktorin der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf und Kuratorin der Beuys Ausstellung PARALLELPROZESSE (11.09. 2010 bis 16.01.2011), blamiert er mit der Feststellung, nicht sie, sondern Bastian treffe die kuratorischen Entscheidungen in ihrem Haus. Eva Beuys und ihren Kindern (Beuys-Estate), die gegen die Moyland Stiftung auf Herausgabe des Beuys-Archivs und eine größere Anzahl von Beuys-Werken pochen, wirft er „eigennützige Motive“ vor, die er ihr allerdings nicht verübeln will. Ihren Anwalt, Gerhard Pfennig, beschimpft er übel, überzieht ihn mit Klagen und einer „Aufschichtsbeschwerde bei der zuständigen Kontrollbehörde“.
Am schlimmsten aber geht Gerhard van der Grinten mit der Politik ins Gericht. „Unser Fehler war, die Politik als Stiftungspartner zu akzeptieren.“
Allein das schlägt dem Fass den Boden aus. Das Land NRW ist im Dreierbund des Stiftungsvorstands der alleinige Geldgeber, allerdings von den Stimmen der beiden anderen Mitstiftern – der Sammlerfamilie van der Grinten und Schlossbesitzerfamilie von Steengracht – abhängig. Es ist zu laufenden Zahlungen in Millionenhöhe verpflichtet, kann aber über die Verwendung der Gelder nicht entscheiden. Das Land hat mit Stiftungsgründung die Kontrolle über die öffentlichen Gelder aus der Hand gegeben, ist aber rechtlich dazu verpflichtet, mit den Steuergeldern sorgfältig umzugehen. Das kann man aber im Fall Moyland nun wirklich nicht behaupten. Ein eklatanter Widerspruch. So sah sich das Land unlängst genötigt, zusätzliche Gelder in einem sechsstelligen Bereich aufzubringen, um erstmals ein Verzeichnis aller von der Sammlerfamilie eingebrachten Kunstwerke erstellen zu lassen. Das hatte man bei Gründung der Stiftung glatt unterlassen. In der letzten Vorstandssitzung im Januar diesen Jahres verweigerte die Familie van der Grinten allerdings – gegen den ausdrücklichen Wunsch der Landesregierung – ihre Zustimmung, dem Beuys Estate Einsicht in diese Liste zu gewähren. Das eben erst begonnene Gespräch mit Eva Beuys liegt seitdem wieder auf Eis.
Ritterburgspiel in der Umbaupause
Nun warnt van der Grinten, das Land wolle den Beuys-Bestand nach Düsseldorf abziehen, oder die Beuys-Sammlung gehe gar für NRW ganz verloren. Weil dieses aber bisher an seinem Widerstand gescheitert sei, soll Schloss Moyland finanziell aushungert werden. Ritterburgspiele in der Umbaupause?
Der Familiensprecher zieht durch: Verantwortung für die Misere trage allein Jürgen Rüttgers und Kulturstaatsminister Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. Affront und offene Kriegserklärung an den Ministerpräsidenten und Kuratoriumsvorsitzenden der Moyland-Stiftung, steht Rüttgers doch mitten im Wahlkampf. Das Land leistete nicht nur den aufwendigen Umbau des Wasserschlosses zu einem Museum in Höhe von rund 56 Millionen Mark, es steigerte die Förderung kontinuierlich von 2,3 Millionen Euro auf jetzt 2,9 Millionen Euro. Für 2011 sind 3,3 Millionen Euro veranschlagt. Van der Grinten: „Anhaltende finanzielle Abmagerungskur“, die Ausstellungsmöglichkeiten des Museums habe Rüttgers „an den unteren Rand musealen Existenzminimus gebracht“. Hat der Töne. Es ist der nach der Landessammlung größte Museumsetat im NRW-Land, der an den Niederrhein fließt.
„Die unwahren und verleumderischen Behauptungen fügen Schloss Moyland großen Schaden zu“
„Unerhörte Behauptungen“ hallt es aus der Düsseldorfer Staatskanzlei prompt zurück. „Die unwahren und verleumderischen Behauptungen fügen Schloss Moyland großen Schaden zu. Ich weise sie auf das schärfste zurück“, lässt sich Grosse-Brockhoff zitieren. Das Schärfste dürfte allerdings noch erst kommen. Wenn nach der Wahl Anfang Mai die neue Regierung bestellt ist, wird sich der neue Ministerpräsident an den einmaligen Vorfall erinnern. Es könnte gut sein, dass der dann wieder Jürgen Rüttgers heißt.
Mit seinen Injurien beschädigt van der Grinten auch Bettina Paust, der an einem Burgfrieden gelegen sein muss. Nebenbei beschädigt er auch seinen jüngeren Bruder Franz Rudolf van der Grinten. Der Kölner Galerist vertritt die Familie im Stiftungsvorstand. Wohl oder übel muss er die Ausfälle des Familiensprechers mittragen. Es wäre höchste Zeit, seitens der Sammlerfamilie die Dinge richtig zu stellen. Stattdessen: Schweigen im Walde.
Ganz nebenbei rührt Gerhard van der Grinten auch an den Grundfesten der Moyland-Stiftung. „Die Stiftung hat allen Anschein nach gar kein Eigentum an den Sammlungen der van der Grinten erworben“. Will sagen, die Sammlung ist noch immer im Besitz seiner Familie. Sollte sich das erhärten, wäre allerdings seine Familie zu Schadensersatz gegenüber dem Land verpflichtet. Der Schaden, der schon jetzt entstanden ist, lässt sich nicht beziffern: Es könnte zum Zerwürfnis der Stifter kommen.
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