Oh my dear!
MOFF hört auf

~ Von Carl Friedrich Schröer, 26.11.2020 ~


Liegt es am November, liegt es am nahenden Jahresende? – die Abschiede mehren sich. Erst ein, dann zwei, dann…

Stefanie Klingenmann ©Tim Löbbert

MOFF hört auf. Über 500 Stunden Audio-Aufnahmen, zwei Terrabyte Daten, zig Kartons analoges Recherche-Material, über 90.000 gedruckte Magazine, jedes neu, jedes anders. Betriebsgeheimnis: Zuhören als künstlerische Praxis, das Gespräch als kurzlebige Sequenz, ähnlich einem Schnappschussfoto. Nun soll mit der 20. Ausgabe Schluß sein. Es wurde in den zehn Jahren immer schwerer Geld zu beschaffen. MOFF, der Kunstraum in Magazinformat, ist aufwendig gestaltet, keineswegs kostenlos, aber umsonst. Wie Stefanie Klingenmann das bloß alles schaffte! „Sich im Werden begreifen“, das nimmt die Performance Künstlerin als Motto. „Sobald es bequem wird, werde ich argwöhnisch. Ich weiß, daß da noch mehr geht, unbequemer, fordernder…“.

Ausgabe 20/2020

In der neuen MOFF-Ausgabe (gestaltet von Julian Hoffmann), gibt es ein Gespräch mit Gregor Schneider über ganze 14 Seiten. Dazu eines mit Erwin Wortelkamp (Im TAL). Darin geht es um die immer aktuelle Frage, wie Kunst in die Gesellschaft ausstrahlt, wie sie wirkt und was sie bewirken kann. Der Frage will sich Stefanie Klingenmann in Zukunft verstärkt widmen. Wir bleiben gespannt. Im kommenden Frühjahr will sich MOFF auf der verschobenen Art Cologne erstmalig mit eigenem Stand (Halle 11.1. Stand C-15) präsentieren. Die letzte Ausgabe wie auch alle 19 zuvor können dann hoffentlich en packet erworben werden.


 

Verabschieden mußte sich Gregor Schneider schon nach ein paar Tagen von seiner Ausstellung Tote Räume / Dead Spaces in West Den Haag, wegen des lock downs. S.Raimund Stecker, Psychohäuser unseres Inneren, Frankfurter Allgemeine, 12. Okt. 2020.

Jetzt schreibt Schneider: „Welcome, West is open to the public!“ Nach Anmeldung hier kann die großartige Schau seiner Räume, darunter auch sein “Sterbezimmer“ wieder besucht werden.

Sterberaum, Rheydt 2005 – 2007, Gregor Schneider

 


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