Crossover | Düsseldorf-Stuttgart-Düsseldorf

Wo ist je ein Museumsdirektor unfreundlicher empfangen worden als Marion Ackermann in Düsseldorf?

 

Erst kanzelte Axel Haubrock (Mitglied der Findungsgruppe) die Wahl Ackermanns zur neuen Leiterin der Kunstsammlung NRW als “zweitklassig” ab und kündigte ihretwegen seine Mitgliedschaft im Freundeskreis des Museums. Dann sah sie sich in den Streit um das Erbe von Joseph Beuys gezogen, in den ihr Arbeitgeber, das Land NRW, unheilvoll verstrickt ist. Nicht unerwartet kam es zum Streit mit dem bisherigen Leiter des K21 Julian Heynen, den sie des Amtes enthob, ohne ihn ganz loszuwerden. Zuletzt schrieb Reinhard Mucha einen Brandbrief an die Düsseldorfer Staatskanzlei und bescheinigte Ackermann “Autismus”. Die Wiedereröffnung ihres Hauses musste dagegen von mal zu mal verschoben werden. Nun hofft sie auf den Sommer 2010. Dann soll das generalüberholte und um großzügige Ausstellungshallen erweiterte Stammhaus am Grabbeplatz eröffnen.


Ein verstolperter Neuanfang für die erfolgsgewohnte Marion Ackermann.


Wir dürfen uns auf Nachwuchs freuen. Für Anfang 2010 erwartet Familie Ackermann ihr 2. Kind.

 

 

Welche ihrer vielen Eigenschaften, Ulrike Groos am meisten zum Vorteil gereichten, läßt sich kaum sagen. Sie ist ungemein vielseitig und zielstrebig und gilt zudem als eine der bestvernetzten Frauen des Kunstbetriebs. Aber das gilt für Viele. Am Düsseldorfer Grabbeplatz hat sie innerhalb von acht Jahren erstaunlich schnell Karriere gemacht. Eigentlich sind es mindestens zwei: Sie wurde zur allseits beliebten Beraterin und Jurorin im Land – für so unterschiedliche Vereine und Institutionen wie die documenta, fürs Goethe-Institut, für die Freunde der Berliner Nationalgalerie, wie für die Sammlung-Rheingold. Und hielt sich doch, offensiv charmant, aber bestimmt aus (fast) allen Händeln und Kabalen der rheinischen Kunstszene heraus. So wurde sie zur Lichtgestalt einer deprimierten Kunstszene, zur einzigen Kuratorin, der in den letzten Jahren ein Karrieresprung aus dem Rheinland heraus gelang. Ende des Jahres wird sie Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart. Zuvor wird sie die Triennale Kleinplastik in Fellbach leiten. Mit einer großen Eat-Art Schau (Eating the Universe — Vom Essen in der Kunst) wird sie ihre Zeit an der Düsseldorfer Kunsthalle beschließen. Wer ihr nachfolgt, ist noch nicht bekannt. Die Aufarbeitung Düsseldorfer Glanztaten von einst dürfte sich jedenfalls erschöpft haben. 

 

© Musik im Film: Joseph Suchy

17.06.2011 20:07 (Kommentare: 0) | Weiterempfehlen

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