„… nicht abhängig von Geld, sondern von Ideen“

Walter Smerling - ein Gespräch. 25 Jahre Verein „Stiftung für Kunst und Kultur“

Ist Kultur ein Luxusgut?
In einem Jahr: 9,6 Milliarden Euro gaben Bund, Länder und Gemeinden 2010 für Theater, Musik, Bibliotheken, Museen, Kunsthallen, Kunsthochschulen und Denkmalschutz aus. Nochmals 2 Milliarden erhielt der sogenannte kulturnahe Bereich: Medien, Kirchen und Volkshochschulen. Die Debatte um Kultursubventionen nimmt an Heftigkeit zu.

 

Viel Geld “…und schnell werden die Stimmen im Land der Dichter und Denker mit der weltweit höchsten Theaterdichte und den meisten Sinfonieorchestern laut: Ist diese Kultur ihr Geld wert? Oder ist dieser Preis viel zu hoch angesichts leerer Staatssäckel und könnte man damit nicht viel Vernünftigeres anfangen?” fragt der Deutsche Kulturrat und startete am UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt (21. Mai) erstmals den bundesweiten Aktionstag “Kultur gut stärken”. Es sollte eine Demonstration kultureller Vielfalt werden - ganz im Sinne von Hilmar Hofmann und Hermann Glaser, der beiden sozialdemokratischen Kulturdezernenten, die in den 70ern in Frankfurt und Nürnberg die Förderung freier Gruppen im Kulturbereich und die Gründung soziokultureller Zentren durch Steuergelder initiiert haben. Eine Demonstration aber auch gegen den zunehmenden Kulturabbau.

 

Der Deutsche Kulturrat will aber auch daran erinnern, daß Kultur “ein revolutionäres Potenzial hat und im globalen Rahmen eine unverzichtbare Ressource für die Freiheit und die Entwicklung pluralistischer Gesellschaften ist”, wie die Entwicklung in der arabischen Welt und aktuell die Diskussion um den chinesischen Künstler Ai Wei Wei zeigt.

 

Ist Kultur ein Luxusgut geworden?

 

Für ein ausgereiftes Kommunikationstalent wie Walter Smerling muß es erstaunlich sein, wie oft er schon missverstanden wurde. Daraus hat er gelernt. Er spricht nicht mehr so gerne über seine Pläne und hochfahrenden „Projekte”. Sein Wahlspruch lautet: „Ideen sind gut - Ideen umsetzten ist besser”. So ist aus dem Anreger und Aufreger ein Pragmatiker geworden, „Kunstumsetzer”. Authentisch will er wirken und von der „Nachhaltigkeit” des Kunstgeschäfts ist er überzeugt. Kontakte pflegt es wie kaum ein Anderer.

 

Erweckung durch Beuys, der Leuchtturm
und die Baustelle:

 

Vor 25 Jahren hat er in seiner Heimatstadt Bonn zusammen mit einer Hand voll Freunden die „Stiftung für Kunst und Kultur e.V.” ins Leben gerufen. Ein Verein, dessen geschäftsführender Vorstand Smerling nach wie vor ist. Konkurrenzlos sein Geschick, private Gönner und Sponsoren aus dem Bankgewerbe und der Industrie für seine Projekte zu gewinnen: Je weniger die öffentlichen Haushalte in der Lage sind, ihre Museen, Kunsthallen und kulturellen Projekte zu unterhalten, desto erfolgreicher kommt Smerlings Modell ins Spiel. Beachtliche 60 Millionen EUR hat er seit Bestehen des Stiftungsverein bei privaten Geldgebern akquiriert. Als Direktor des Museum Küppersmühle in Duisburg hat er den Etat über die vergangenen zwölf Jahre zu 97 Prozent privat finanziert. Auch der spektakuläre Erweiterungsbau wird ohne öffentliche Gelder gebaut. Eine Herausforderung für die öffentlich bestallten Museumsdirektoren. Manche sprechen von Provokation. Die Abstinenz von öffentlichen Zuwendungen, macht den umtriebigen Kunstmanager und Künstlerfreund dabei nicht weniger attraktiv für Politiker. Die Webseite der Stiftung zeigt den Vorstandsvorsitzenden Smerling wie er Angela Merkel die Kunst erklärt.

 


Prof. Dr. Walter Smerling in seinem Duisburger Büro,  © Photographie: Astrid Piethan

 

 

1999 übernahm Walter Smerling die Leitung des Sammlermuseums Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen und lancierte den Verkauf von Teilen der Sammlung Hans Grothe an die Sammler Syvlia und Ulrich Ströher, deren Sammlung deutscher Kunst nach 1945 nun zu den größten zählt. Der Leihvertrag reicht bis 2025. Dann wird die Smerling-Stiftung 40 Jahre alt.

 

Mit der Tony Cragg Werkschau „Dinge im Kopf” (bis 13.06.) ist Smerling ein weiterer Durchbruch gelungen. Aber schon verspricht das kommende Jahr, sein erfolgreichstes zu werden. Dann endlich soll der spektakuläre Erweiterungsbau der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron in Duisburg eröffnet werden. Zeitgleich wird es eine Ausstellung mit Fotografien und Architekturmodellen „Herzog & de Meuron by Thomas Ruff” geben. Seinem Freund Anselm Kiefer kann er als Kurator der Bundeskunsthalle eine Ausstellung in Bonn bereiten (Juni 2012). Die Ausstellung „Anselm Kiefer, Werke aus dem Privatbesitz von Hans Grothe” lief schon in Antwerpen mit großem Publikumszuspruch.

 

Museum Küppersmühle, Kunstakademie Düsseldorf
und der Malerstar Anselm Kiefer:

 

Die Projekteschmiede Smerling wird 2012 auch wieder im Berliner Martin-Gropius-Bau aktiv. „Art & Press” nennt sich eine Ausstellung, die von März bis Juni Werke von 30 Künstlern zeigt. Sie sollen zum Generalthema Zeitung Stellung nehmen. Eine andere bewährte Verbindung wird hier ihre Vertiefung erfahren. Jeder Künstler darf sich auf einer Doppelseite der BILD-Zeitung verewigen.

 

Der schlechte Ruf, der Erfolg und die “Bild”:

 

Smerling ist überdies künstlerischer Leiter der privat finanzierten „Salzburg Foundation”. Vor neun Jahren begründete er das „Kunstprojekt Salzburg”. Für den Herbst ist das Abschlussprojekt geplant. Gleich drei österreichische Künstler, Brigitte Kowanz, Manfred Wakolbinger und Erwin Wurm, werden - jeder an einem anderen Standort - ein Werk in der Innenstadt realisieren. Alle Werke sind bisher Eigentum der privaten Foundation. Die Übergabe aller 12 Kunstwerke an die Stadt Salzburg ist für 2012 vorgesehen.

 

Kunstprojekt Salzburg:

 

Die Faszination:

 

Kunst lässt sich laut Smerling nur mit einer gehörigen Portion Begeisterung und Faszination vermitteln. So ist er zum Diener zweier Herren geworden: der Kunst und des Kapitals. Beiden gibt er Zucker, verschafft ihnen öffentliche Auftritte und öffentliche Anerkennung. Aber anders als der Diener bei Goldoni wirkt Walter Smerling weder gehetzt, noch zerrissen. Er fühlt sich in seiner Rolle außerordentlich wohl. Es ist die Rolle seines Lebens.

 

Der nichtrealisierte Beuys Spielfilm:

 

 

21.06.2011 13:11 (Kommentare: 10) | Weiterempfehlen

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Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Blumenwiese

Die „Antiwelt“ ist nichts anderes als Opposition. Und Opposition sollte immer anders Handeln, sonst ist sie überflüssig. Das Anti als Anders. Das Anti als Vermehrung. Diese Oppositionen werden kontrolliert und bekommen ihre neue Opposition.
Eine pragmatische Beschränkung der menschlichen Unzulänglichkeit seine Nächsten zu Achten, zu Schützen, nur zu Lieben und den Anderen alles zu erwerben lassen was er selber hat. Begrenzung und Kontrolle des treibenden Egoismus, ab da wo er das private verlässt oder für die Anderen bedrohlich ausweitet, so das diese sich einengen müssen, ist Notwendig.
Es geht um die Herstellung von Universalien für das menschliche Zusammenleben. Frei genug und eng genug. So das, das `Kleine´ lebt und das `Riesige´ wachsen kann. Und beide hatten sie nur einen Apfel voll Energie, vom gleichen Baum.
Ich will nicht `Kämpfen´, Zukunft. Ich will Leben, `Arbeiten´. Ich Gestalte meine Arbeit. Arbeit ist nicht zwangsläufig Lohnabhängig sich Ausbeuten zu lassen und dabei das eigene Grab schaufeln mit Regeln die Andere oktroyieren. Das war schon immer falsch verstandene Arbeit, das war immer nur Raub.
Es ist so, das Beuys sich als Ursache gesetzt hat. Eine deutliche Setzung in diese Welt, als ein Keim in die Welt der Kunst, das Wir „Gestalten“. Dieses Gestalten ist mehr und anders als das herkömmliche Malen, Tanzen, Dichten. DADA Lebt! Jeder nehme von Beuys die Begriffe und Ideen und denke selber. Die Künstler haben sich von der Weisung Auftragserfüller zu sein, befreit und diese Befreiung soll den Menschen Ansich erreichen. Das L´art pour l´art, ist jedes Künstlers eigene Entscheidung. Das postulieren des L´art pour l´art als alleinigen Grundsatz für die Kategorie Kunst zu setzen, führt die Kunst zu Endpunkten. Das des L´art pour l´art als praktizierte Möglichkeit schafft Freiräume, ist Erweiterung. Systeme die sich nicht durch Außenenergie befruchten wollen, sterben an Ermangelung geistiger Nahrung.
Ich als Künstler werde mich keiner Doktrin unterwerfen. Ich werde kein `Hamsterrad´ betreten: das Schöne malen, das Rechteck, das Thema So und So; Einzig. Jahrtausende lang hat der Künstler `seine Welt´ mit Stift und Pinsel auf eine `Folie´ gebannt und siehe da, diese ist auch formbar von allen Seiten, die Skulptur. Und dann DADA, der Große `Knall´, der Durchbruch, das Ende des Spezialisten. DADA ist Auftrag. Der Dadageist ist weitläufig unbegriffen. Beuys ist ein Kerzenlicht in der großen Dadaevolution. Und auch ich will Lichtvermehrung betreiben. Die Kunst gestaltet fortan die Welt. Das ist mehr als Design. Das ist mehr als behübschung der Welt und das ist mehr als Arbeitsspiel an der Schönheit.
Den Kunstbegriff erweitern. Die Sisyphusarbeit, durch Begriffe an einer besseren Welt zu Wirken, ist freie Entscheidung der daran Handelnden und nur eine Möglichkeit von vielen Weltverbesserungs-arbeiten.
Ich will Selbstentscheidung, hier fängt mein Spiel an, meine Arbeit ist darin begründet.
In Angesicht des nicht Ansichtbaren, des Unüberschaubaren, im flirren des Unendlichen, arbeitet man, spielt man, macht sie, passiert etwas, irgendwie Blind, immer eingeschränkt. Ein Mosaik vervollständigen. Dies ist vielleicht ein brauchbares Bild zur Herstellung eines Bildes, das dann mehr begreifen lässt. Gottesarbeit, Gottesspiel. Und immer ist doch alles anders. Die Antiwelt, ist die Welt und der Mensch der das erfährt, hat ein Stückchen mehr Welt für sich erfahren. Und gleich ist alles weg. Und gleich hab ich Schmerz, und gleich bekomme ich kein Brot oder Brot. Alles ist Vorbereitung. Für mich, für dich, für alle. Alles ist Skizze. Ich weigere mich diese Welt, diese Menschheit als Verloren zu betrachten. Kein Pessimist wird mir die Laune verderben Utopie zu träumen. Die Angst vor roher Gewalt, vor dem Unterdrücker, vor dem Tyrannen, ist Aufgabe aus dieser eine `Waffe´ zu machen. Der Bauplan zu dieser Waffe, zur Verteidigung des menschlichen, zur Verteidigung der Würde, zur Verteidigung der Liebe wird immer individuell im entscheidenden Moment fertig sein. Das ist Hoffnung.
In Jahrmilliarden formte sich dieser Weltraumbrocken zu einem Planeten zu unserer Erde auf der wir leben. Unbekanntes ist zu Leben geworden. Der Mensch erst lernt sich kennen. Der Mensch ist fragil. Der Mensch steht an seinem Anfang. Der Mensch, wenn er weiß das er Menschheit ist, hat er ein Stück Unsterblichkeit vor sich. Ich bin Mensch. Ich weigere mich, mich zu Hassen. Ich weigere mich im Universum namenlos zu werden. Ich weigere mich Utopie nicht Denken zu sollen. Ich weigere mich das Mörderische als unüberwindbar zu betrachten. Ich weigere mich. Mein weigern soll die Würmer infizieren, die mich dereinst in ihrer Nahrungskette weiterleben lassen.
Rainer Wieczorek, November 2005, (Faulknerimpuls und Beuysbeseelt)

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren, Kollegen und Kolleginnen, liebe Freunde

DADA war eine Befreiungsaktion und ist ein fortwährender Kampf gegen die kleinen Köpfe, gegen die verbretterten Hirne, gegen unsere Spießbürger und immer gegen Künstler, die ihre Opposition in Käfige ihrer kleinen, abgeschlossenen Welt inhaftiert wissen wollen.

„Der Dadazauber ist vorbei“, da irrt Pappa Beuys und mit ihm ganze Fakultäten.
Ohne Dada kein Beuys, kein Fluxus, kein Happening, keine Performance.
Alles ist vom Dadageist beseelt. Dada hat tausend Namen.
Ich bin bekennender DADAsoph.
Der Dadaismus heute, muß mehr sein, als Schweinegrunzen in Ferseform.
Diese Ausstellung ist für mich ein Beleg an Freiheitsarbeit.
Diese Ausstellung ist dada, aber nicht DADA.
Stillosigkeit ist gewollt, eine freie Entscheidung.
Hässlich und Schön ist gewollt, eine freie Entscheidung.
Harmonie und Aggression ist gewollt, eine freie Entscheidung.
Emotionen, Fantasien, Spinnereien, Denkereien, auf der Strasse, in Mülleimern, das weggeworfene, unbeachtete finden und zur Kunst formen, ist gewollt, eine freie Entscheidung.
Diese Ausstellung ist DADA PAPA MAMA Beuys gewidmet.
„Jeder Mensch ist ein Künstler“
Diese Idee haben die ersten Dadaisten in die Welt gebracht.
Beuys hat diesen Satz populär gemacht und hat mit diesem Satz eine Massenbewegung von: ich bin auch Künstler, ermöglicht, besser beschleunigt.
Dieser Satz hat auch viele Missverständnisse in den Köpfen der Menschen erzeugt.
Über diesen Satz sollte ein jeder Mensch zunächst nachdenken, philosophieren, reflektieren und ihn in eine Welt der Sätze legen. Das ist Arbeit.
Lasse ich Beuys reden mit den Sätzen:
„Alles menschliche Wissen stammt aus der Kunst, der Wissenschaftsbegriff hat sich aus dem Kreativen entwickelt. So hat allein der Künstler das Geschichtsbewusstsein geschaffen. Es kommt entscheidend darauf an, das Bildende in der Geschichte zu erfahren. Geschichte muß demnach plastisch gesehen werden. Geschichte ist Plastik.“(Heiner Stachelhaus, 1987)
Eine Plastik formt man, biegt sie, ritzt und kratzt und baut. In der Erweiterung reden wir, diskutieren miteinander, gestalten Gesellschaft, gestalten uns immer auch selber, bauen an der sozialen Plastik weiter oder Demokratie ist eine Baustelle.

Jeder Mensch ist ein Künstler, ich kritzle ein paar Blätter voll und werde Millionär, falsch verstanden.
Jeder Mensch ist ein Künstler, ich steh am Mittag auf, bau was mit Kartons und werde Weltberühmt, falsch verstanden.
Jeder Mensch ist ein Künstler, ich mach es mir bequem, schreibe rotweingequollene Sätze und werde Universitätsprofessor, falsch verstanden.

Das Künstler Arschlöcher sind, dieser Satz von Beuys wird selten zitiert.
Einige Sätze aus einem Gespräch zwischen Amman, Kounellis, Kiefer, Beuys.
Kiefer:“ Ich glaube, dass Janis und Beuys auf einem gesicherten Boden stehen, auf dem ich nicht stehe. Denn für mich ist es eine Beschwörung zu sagen, der Mensch stehe im Mittelpunkt. Davon bin ich gar nicht überzeugt. Ich glaube auch nicht, im Sinne von Beuys, dass jeder Mensch ein Künstler sei. Für mich ist auch nicht sicher, dass es eine Entwicklung gibt, an der man arbeiten kann, damit jeder Mensch ein Künstler wird.“
Darauf Beuys: „ Wenn du ein waches Auge hast für das Menschliche, kannst du sehen, dass jeder Mensch ein Künstler ist. Ich war jetzt in Madrid und habe gesehen, wie die Männer, die bei der Müllabfuhr arbeiten, grosse Genies sind. Das erkennt man an der Art, wie die ihre Arbeit tun und was für Gesichter sie dabei haben. Man sieht, dass sie Vertreter einer zukünftigen Menschheit sind. Und ich habe etwas bei den Müllabfuhrleuten gesehen, was ich bei den Scheisskünstlern vermisse, denn die Künstler sind zum grossen Teil opportunistisch, sie sind Arschlöcher, das muss ich jetzt auch mal sagen. Die Künstler sind die reaktionärste Klasse. Eigentlich gibt es ja keine Klasse mehr, aber die Künstler sind so reaktionär, dass sie schon fast wieder eine neue Klasse bilden.“
Ich behaupte ja das Klassenkampf wieder modern wird und rufe alle aristokratischen Gemüter des Landes auf, egal wie prall oder leer eure Geldbeutel sind, legt die Bequemlichkeit auf den Sonntag und arbeitet für euch, dieses Land, Europa, die Welt. Das Universum ruft nach euch. Werdet Künstler, erarbeitet euch die Qualität eines Gottes. Keiner ist Gott, Gott als Existenz ist Rätsel. Rainer Wieczorek, Berlin 3.11.05

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

www.rainerwieczorek.de

Guten Tag, ich bin der Rainer Wieczorek aus Berlin. Meine genaue Berufsbezeichnung: Künstler – Soziologe – DADAsoph. Dada halte ich hoch, denn diese innovative Kraft für die Kunst und ihre Künstler ist riesig. 1994 begann mein Studium zum Dadaismus und wird fortan weitergetrieben. Der Dadageist lebt ewig und durchsetzt mein Werk, auch hier beim Schwedter Pleinair.
Aus der Melange der Welt und ihrer Kunst arbeite ich an der Setzung neuer Ursachen. Denn der Mensch sollte sich die Freiheit nehmen sein soziales Leben für jeden Einzelnen bestmöglich zu gestalten. Nicht „Lynchjustiz“ ist Vorbild, sondern Karitas. Jeder Einzelne wird gebraucht um als Menschheit im Universum zu überleben . Der von irgendeinem Drecksgeneral Totgeschossene, oder von Stahlkappen zertretene Mensch könnte vielleicht einen Weg ins Universum zeigen. Hier liegt unsere Zukunft, denn die Erde wird sterben.
Meine innere Freiheit baue ich aus, drücke diese aus, und sie soll Kunst sein als Forschung und Vorschlag und baut weiter, weiter, weiter.
„Können Sie von der Kunst leben?“, fragt mich ein Dollarauge. „Mein Leben ist Kunst, die mich antreibende Energie. Nur Dollarauge, für Ihre Rendite kann ich nicht viel tun. Dollarauge, Sie sind zu gierig und geben nichts her. Dollarauge, die Zukunft gehört den Investoren an der Menschheit mit Karitas und großer Menschenwürde, selbstbestimmt und frei. Dollarauge, Dein Kunstmarkt mit Johnatan Meese und anderen hochbegabten Malermillionären, werde glücklich in Deinem Trödelladen und laß mich in ruh.“
Dem Arbeiter gehört die Zukunft, da bin ich ganz mit Beuys. Der Spekulant hat am Ende nur Papier und irgendwann gibt’s „Prügel“, das liegt in der Luft. Wer den Kapitalismus liebt, läßt ihn wegarbeiten, die Armut, nicht nur im „Waisenhaus Deutschland“, sondern in der ganzen Welt.
Ich selber, der Dadarainer, bin zwar mehrfacher Kunstmilliardär, (der Streikposten eben), ohne Kunstdevisenwechselstube, aber dafür mit Ideen und Drang zur Theorie, Theorie als Voraussetzung für Gesellschaftsgestaltung. Denn wer glaubt unsere Gesellschaft ist ganz toll, schaufelt schon an ihrem Grab. Ich krabble heit durchs Leben und strenge mich immer wieder an, Stehaufmännchen hat mal einer gesagt.
Drei Dinge macht der Rainer intensiv: „Der Streikposten“ stellt Kunstkapital für die „KUNSTdemokratie“, die eine Bühne für die anderen im Land ist, jenseits der Dominanz der Etablierten; eine Stiftung soll diese sein, die für unsere Demokratie forscht, entwickelt, baut. Eine Arbeitsgemeinschaft von Künstlern und „Sozialarbeitern“ für die deutsche Baustelle Demokratie. Die „KUNSTdemokratie“ wird sobald sie läuft für ein „Gestaltungskapital“ einen politisch/ gesellschaftlichen Kampf aufnehmen.
Gestaltungskapital soll ein Vorschuß für jeden Menschen sein, damit er effektiver und gerecht sein Leben selbstbestimmt gestalten kann; Nahrung, Wohnung und Bildung als wichtigsten Kapitalvorschuß zur Lebensgestaltung und selbst gesetzter Arbeitspflicht. Von nichts kommt nichts und unsere gebratene Taube brät sich jeder selbst.
Rainer Wieczorek, Schwedt/Oder, 31.7.2008

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

„Ausstellung NR.168“

Diese Ausstellung informiert Sie einblickartig in die Kunst von Rainer Wieczorek. Eine Malerei die aus Kellerlöchern und unbeheizten Buden kommt. Keine Lakaienmalerei. Sie können hier die Kunst eines Kämpfers begutachten, der im Moment gleichgültig gähnt, obwohl er ahnt, daß die globalisierten Tarifverhandlungen mit der parallelen betriebswirtschaftlichen Gestaltung der Welt, unter dem Strich die Welt verarmen lässt. Die produzierten Armen werden nicht nur in Demut ihr Schicksal hinnehmen. Ihre Verzweiflung wird ihren Ausdruck finden.
Im etablierten Kontext der Kunst ist Wieczorek selten zu entdecken, hier werden „Göttchen“ verehrt bis verfettet und Opposition ist ausgeblendet. Kunst in der öffentlichen Wahrnehmung ist zur Zeit reines Geschäft. Die Schadenfreude muss sich in Grenzen halten, wenn da Millioneninvestitionen von den Wänden fallen. Wieczorek geht es um die Kunst, ihrem Ansehen und Bestand in der Menschheitsgeschichte. Daran arbeitet er, seine Kunst will sich hier behaupten ohne Versicherungsschutz und Machtmissbrauch, ein malender Weltbürger und kein deutscher Mops. Rainer Wieczorek versteht sich als Opposition zum aktuellen Etablierten. Ein Herr Meese und sein Organisationsstab, die mit Begriffen der Menschenverachtung spielen und ihren Star die „Diktatur der Kunst“ ausrufen lassen, ihm seid ihr allesamt suspekt. Wenn euer Geschrei noch lauter wird und ihr die Freiheit der Kunst missbraucht um „Nationalsozialistische Reflexe“ zu vermarkten, wird sein Widerstand die Höflichkeit verlassen. Herr Meese, eine Diktatur ist immer abzulehnen, auch die, die für etwas „Gutes“ oder eine „Sache“ steht. Eine Diktatur kennt nur Befürworter oder Gegner. Und jede Diktatur liquidiert ihre Gegner. Wollen Sie ihre Gegner erschießen oder in einem Knast verrecken lassen? Oder muss man Eure Ärsche lecken damit man leben darf? Alles falsch verstanden? Alles nur Spaß? Die ridiküle Kunst der Albernheit pocht auf ihren Freiheitsanspruch? Wieczorek hält dagegen mit seinem „Streikposten“ und der gibt Kunstkapital für die „KUNSTdemokratie“ dessen erste politische Forderungen ein „Gestaltungskapital“ für jeden Menschen postulieren wird.
Wieczorek fußt im Kontext der Kunst die Klassische Moderne genannt wird und erarbeitet von hier aus seine Beiträge für diese Gesellschaft. Auch in ihren Anfängen spielten Künstler mit totalitären Begriffen, menschenverachtendem Vokabular, zogen mit Hurra in den 1. Weltkrieg und den Nazis hinterher. Ein ehrenwerter Künstler ist Ausnahme. Künstler die sich verachtenswerten Mächten andienen, verdienen es mit diesen von der Weltbühne zu verschwinden. Hört auf Verbrechern „Denkmäler“ zu schreiben, zu malen, ihnen Lieder hinterher zu singen. Unser aller Leben ist begehrenswert und verdient Applaus mit höchsten Ehren.
Zurück zu Wieczorek. Dieser wirkt seit mehr als 20 Jahren eher im Underground, hier wird er goutiert. Eine breite Öffentlichkeit, die Fachwelt und die Medien sind unwissend über die Kunst des Rainer Wieczorek. Dieser Künstler hat aber etwas zu sagen, sein Werk entfaltet sich evolutionär, es birgt Rebellisches in sich, er glaubt an die Kraftentwicklung utopischer Modelle und der kann malen und zeichnen, verdammt gut. Wieczorek nennt sich Künstler /Soziologe/DADAsoph. Jahrgang 56. Künstler schon immer gewesen, sagt er. Einer, der die Gesamtheit der Kunst in sich aufsaugt und der Vielzahl von Ismen, sowie die Absolutsetzung von Kunstindividuen relativieren will. Sein Facettenreichtum an künstlerischer Produktion dient der Idee „Quintessenzbilder“ zu malen, also Bilder die in sich Tausende von Bildern dieser Welt enthalten. Wie ein Samenkorn seine Pflanze enthält und das Gen ein Geschöpf. Wieczorek begreift Kunst jenseits von Marktinteressen als Bildungsauftrag an die Gesellschaft. Wieczorek will die Kunst vom „Altar“ stoßen und sie ins Leben zu stellen. Dieses Leben soll sich in demokratischen Spielregeln entwickeln können, in einer Demokratie die an sich arbeitet und Persönlichkeiten freisetzt, Individuen die das Prinzip anstreben: „Alle für Einen, Einer für Alle“. Dies zu einem 11. Gesellschaftsgebot erheben und der Welt dieses zum Vorbild wird. Das ist naiv, aber so naiv war auch einmal der Wunsch zu fliegen. Wieczorek ist ein Arbeiter an der Kunst, ein Bildungsbürger der seine Bildung vergißt um diese durch Kreativität, durch den Gestaltungsakt zu neuen Kunstansätzen zu gelangen und an den Ideen der Moderne weiter zu arbeiten. Nichts ist fertig, alles Übung und die Überwindung des Todes liegt im Nächsten. Unser Denken muss sich aus dem Heute durch die Geschichte auf die Zukunft trainieren und orientieren. Weltbürger sollen wir werden und das soll etwas anderes sein als belogene globalisierte Angstmenschen, Autofahrende Weltsklaven oder gar Opfer perfider Ausbeutungsmacht. Joseph, an der Sozialen Plastik wird weitergearbeitet! Ich, Berlin 2008

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Das Schwedenlied

Mit dem Fahrrad kam ich hier in Gylsboda an, am Abend des 12. Juli 2007.
Eine Tüte voll mit Farben, Binder, Stiften, Pinsel, zwei großen Tüchern und
einer Plastikplane für den Arbeitsstart. Alles andere war mir klar hier zu
finden, vor allem Bildträger. Auch in Schwedischen Dörfern quellen die
Relikte der Konsumgesellschaft aus den Mülltonnen, den Kellern und
Recyclinghöfen. Konglomerate für spätere Natur. Ob sie genießbar sein werden
für zukünftige Bewohner dieses Felsenlandes, bleibt vorerst dahingestellt.
Wunderbares Material gibt es hier zu finden, fantastische Bildträger, eine
richtig gute Ausgabenschonung für des Künstlers Portmanier. In Berlin hat
die Qualität an Straßenfundstücken schwer nachgelassen. Überdies konnte ich
Berlin, Deutschland sehr gut abstreifen, geradezu vergessen hier in
Gylsboda. Es tat dem Gemüt gut, wegzusein. Fernab zusein von aller
politischen Aufgeregtheit. Fernab unseren dümmlichen Medienwolken. Fernab
von diesen durchsichtigen Globalisierungsdebatten, die alte Tatsachen nur
neu bewörtern: Ausbeutung, „Kriegsspiele“ und Wirtschaft, Wirtschaft über
alles.
Die Zeit war zu kurz, um in meiner Kunst soweit zu tauchen, das es vergessen
macht was liegen blieb hier an den Berliner Orten meines Wirkens. Kein
radikaler Bruch. Für die Kunst liegt Fortschritt im Vergessen.
Hier in den schwedischen Wäldern hat sich aber eine liebe zu der Acrylfarbe
postuliert, dank Ottmar Bergmann, der seinem Stipendiaten einen riesigen
Korb von diesen ins Atelier „Missionshuset“ stellte, mit der er übrigens
selbst begeistert malt. In gewisser weise habe ich am Erbe von Jens Jørgen
Enna Thorsen weitergearbeitet. ( Thorsen der Multikünstler und Regisseur
starb am 15. November 2000,Vater von Snild Orre und Lebenskamerad von
Mette Aarre ) Es hat für mich Symbolcharakter und ist überdies Ausdruck
meiner soziologischen Theorie zur möglichen Künstlerexistenz, (siehe
„Streikposten“) Strukturen zum Werden eines Kunstwerkes offen zu legen, wenn
die Entstehung auf Personen zurückzuführen is. Dies liegt mir am Herzen und
wird im eigenen Werk immer wieder dokumentiert. Das gepuste vieler unserer
Etappenstars, die sich zum Zenit der Kunstgeschichte ernennen, ohne das da
vor ihrer Geschichte zu würdigen, diese Verkaufsstrategien sollten sie nicht
ernst nehmen, verehrtes Publikum. Zu diesem Thema gehört auch ein Fundstück
aus dem Gerümpelkeller von Mette Aarre, einer Kollegin. Sie hat einmal in
den 60´er Jahren Kleider hergestellt und bemalt in Paris, um sich und ihre
Kinder durchzubringen. Eben solch ein Kleiderfragment habe ich hier gefunden
und einen Fisch herausgearbeitet. Der Fisch bleibt. Am Ausstellungsort
Missionshuset wurde er mit dem Bild eines Segelschiffes kombiniert und war
temporäres Kunstwerk.
Hier im Missionshuset habe ich auch weitergearbeitet im Sinne meines
persönlichen Meilensteins Mark Rothko. Eine Annäherung an Farbflächen, Farbvibration und einer Malerei die sich vom zeichnerischen Charakter loslöst.
Eins will ich hier noch verdeutlichen: für mich gibt es kein
Auszuschließendes Thema, Stil oder gar die Grundsatzfrage von du darfst nur:
Abstrakt bis abstrahiert oder realistisch bis figürlich dir etwas aussuchen.
Ich arbeite in der Welt der Kunst und ich nehme mir aus der Welt der Kunst
was ich zu meiner bestmöglichen Kunst dann formen kann. Und es ist kein
Widerspruch Wissen zu Vergessen, um aus dieser Ursuppe die wir dann Bildung
und Erfahrung nennen: Neues zu schöpfen. Bei aller individuellen
Begrenztheit, neben ihr gibt es immer wieder andere, neue Wege zum
überragenden Bild, zur überragenden Kunst. Auch sollten wir nicht vergessen
das in den künstlerischen „Habseligkeiten“ anderer durchaus Anfänge von
Großartigkeit liegen kann. Andere Künstler müssen es erkennen und
weiterführen. Das Methodenrepertoire des Künstlers sollte
wissenschaftlicher, aufgeklärter, ehrlicher und klassenbewusster werden.

Sie sollten Wissen, Gylsboda ist ein legendärer Ort. Man erzählt sich, im Missionshuset wo
ich gearbeitet und ausgestellt habe, wurde der spätere Nobelpreisträger
Harry Martinson (1904-1978) als Kind versteigert, an denjenigen, der das wenigste Geld für seinen Unterhalt von der Gemeinde forderte. Er wurde Arbeitssklave.
Einen ganzen Ortsabschnitt habe ich in meine Ausstellung integriert. Man
könnte es einen Wieczorekkilometer nennen, entlang historischer Ereignisse
die hier in Gylsboda stattfanden. Hinter meinem Hotel, Mettes Haus begann
die Ausstellung, mit einer bescheidenen Annäherung an die land art. Es ist
das älteste noch erhaltene Arbeiterhaus im Ort, aus dem Jahre 1899. Am oft
erwähnten Missionshuset vorbei, dann ein integriertes altes Wartehäuschen,
hier und da stand was rum, am 60 Meter tiefen Steinbruchsee vorbei zum
anderen Ende der Ausstellung der Transformatorstationen wo ich meine großen
Bilder zeigte. Hier kam 1920 der Strom nach Gylsboda. Hjalmar Råstorp ein
Bildhauer hat hier zeitweise gelebt, gearbeitet, seit den 70´er Jahren
Ausstellungen veranstaltet und durch seine Initiative gründete sich die
international besetzte „Ubbeboda Group“. Gylsboda, auch ein
Industriedenkmal, ist dem Verfall ausgesetzt. Wenn Schweden sich nicht
kümmert, wird hier Wald und Wetter seinen Teppich über es legen, in absehbarer ferne, denn hier wird solide gebaut.
Einige Arbeiten sind hier geblieben, über hundert Zeichnungen, Objekte und
Gemälde sind mit dem „Konstantintaxi“ nach Berlin zurück. Mit meiner Liebe
Jeannette, dem Rad und Dutzenden von Zeichnungen bestiegen wir am 27. August
2007 die Fähre in Trelleborg.
Meine künstlerische Erfahrung die ich hier in den schwedischen Wäldern, den
Hügeln des Diabas, in den historischen Spuren von Gylsboda erweiterte, wird
seine Prägnanz noch zeigen. Ich arbeite an einer Blumenwiese für die Welt,
wo dereinst dann gepflückt werden kann.

Rainer Wieczorek, Berlin im September 2007

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Der Streikposten sucht ein neues Asyl

Der Streikposten feiert in diesem Jahr sein 27. Geburtsjahr, was auch heißt das da Arbeiten sind die hat keiner gesehen seit 27 Jahren, keiner konnte diese Kunst kaufen. Es hat den Streikposten nicht interessiert. Ein Gegenentwurf zur abstrakten Geldgier, der Selbsttötung am menschlichen. Der Streikposten muss seine Streikzentrale in der Greifswalder Straße räumen und sucht ein neues Asyl das gut 50 Kubikmeter Raum sein sollte. Dieser Raum ist dann der Hort einer Kapitalverteidigung für die Zukunft einer freien und autonomen Kunstbestimmung. Kunst ins rein ökonomische pressen tötet diese. Wer wird Asylgeber für den Streikposten? Dieser Streikposten stellt das Kunstkapital für die Stiftung Namens KUNSTdemokratie, ein Oppositionsmodell das für die demokratisierung der Demokratie steht und als eine zentrale Aufgabe die Idee vom Gestaltungskapital in die Welt bringt; das heißt Geldbesitz für ein Existenzminimum als Menschenrecht zur Lebensbefähigung im sozialem Prozess.

Die KUNSTdemokratie will ein Rhizom sein, was heißt: jede Verletzung erwuchert und potenziert das menschliche an der KUNSTdemokratie!

Ich, Rainer Wieczorek, der Künstler zu diesem Konzept: Ein Arbeiter, ein Gewerkschafter, ein Antiintellektueller, ein Demokrat der die Idee der Demokratie entwickeln will und nicht benutzen will zur rein egoistischen Gierbefriedigung als Trick zu reinem Machtmissbrauch und Diktaturkonzepten durch die Hintertür. Mir geht es um eine demokratisierung der Demokratie mit offener Grenze zur Anarchie. Ich denke, WIR sollten ein „europäisches Volk“ werden, in einer auf Menschlichkeit fußenden Weltgesellschaft. Ich will Sie, ich will Dich zum Selber Denken – Selber Handeln – Selber Sein veranlassen. Wir sollten endlich echte, ehrliche, aufrichtige und offene Demokraten werden. Unser monarchistisches Gemüt, unseren diktatorischen Hang eindeutig verneinen. Eine menschliche Demokratie ist mehr als mechanische Mehrheitsentscheidungen durch zu pauken gegenüber Minderheiten, Schwache, Einzelne. Die Repräsentative Demokratie agiert geradezu zynisch wenn diese verlogen sich in die Mehrheit manipuliert und ihre Geheimkonzepte durchsetzt.

Wer unterstützt dieses Konzept, wer will mehr Wissen? Es kann in Kunst bezahlt werden!
Rainer Wieczorek, Reuterstraße 85, 12053 Berlin, 030 61 3456 2
Der Kunststaatstheoretiker Rainer Wieczorek im Februar 2012

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Die Kunstbank

Der Streikposten fährt seine Lore (H:106cm x L:105cm x B:72cm) voll Bilder in die Öffentlichkeit und ist fortan die Kunstbank im Kunststaat der sich KUNSTdemokratie nennt. Wer stellt das Grundstück zur Verfügung, ist Staatsgründer. Ein Teil der Bilder, (Öl auf Papier, Zeichnungen, etc, A1 Format), ab 70cm Lorenhöhe ist freigestelltes Kapital um den Aufbau der KUNSTdemokratie zu fördern. Die KUNSTdemokratie wird eine Stiftung die sich als Oppositionsmodell positioniert. Für die Abseitigen der europäischen Gesellschaft soll ihre Bühne gebaut werden. Eine überlebensfähige Demokratie benötigt arbeitsfähige Opposition auf allen Ebenen ihrer Gesellschaft. Es geht darum die Demokratie zu demokratisieren. Die Lore des Streikposten ist die symbolische Bank, die Bank wird, Kunstkapital ist für etwas Zukünftiges. Wer wird der Kunstbankmaneger?
Für alle die diesen Text für ein spleeniges Märchen ohne Realitätsbezug halten, sei gesagt: „Stellen Sie sich, stelle Dir einen Grafikschrank vor in einer Galerie. Da ist eine Galeristin, ein Galerist der verkauft Bilder für einen Künstler. Dieser Künstler ist Idealist und Reich was den Besitz an eigener Kunst betrifft. Teile dieser Kunst will er vermarkten und daraus einen Geldwert von 1 Million Euro abschöpfen. Dieses Geldkapital dient der Gründung der Stiftung Namens KUNSTdemokratie. Im Kern eine Nachlassverwaltung, eine Bühne für die Abseitigen und Schwachen im Land Europa.“ Sie und Du wollen mehr Wissen, wollen ein Konzept lesen? Fragen an Rainer Wieczorek, Reuterstraße 85, 12053 Berlin, 030 61 3456 2.

Kunststaatstheoretiker Rainer Wieczorek im Februar 2012

Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

Beuysland

Das Gestaltungskapital ist der Versuch, ein Denken darüber, wie Harmonie im Verhältnis der Menschen zueinander in diesem Land, Europa, der Welt herzustellen ist.

Die ganzen Gemeinheiten der Starken an den Schwachen oder auch den Kampfunwilligen soll ihr ende nehmen. Auch der fortwährende Vernichtungskampf widerstrebender Interessen soll sich in seinem Impuls umdeuten. Wir brauchen große Arenen für die dramatischen und gefährlichen Kämpfe in dieser Welt. Krieg, Börse, Superkapitalismus, Stargesänge und wer tritt die meisten Tore, usw.. Alles das in riesige Arenen. Immer wieder eine neue Saison, Spielregeln und Schiedsrichter zum ahnden der Verstöße und wie sie her rein gelegt werden. Luxus, Cabriolets, Campanger, essen seltener Tiere, Goldringe und Edelsteine sollen ihr Verdienst sein. Die anderen, die harmlosen, genügsamen, bescheidenen, auch an bestimmten uninteressierten, sie alle schauen zu, nichts tut man ihnen, denn sie pflegen die Wunden und arbeiten Trost. Wie damals als die Schlachtfelder außerhalb der Zivilisation lagen.
Opposition zu allen Feldern des Lebens organisieren.
Rainer Wieczorek, am 10.11.2008

Gestaltungskapital, ein Wort eine neue Ursache fängt an zu wachsen. Klein, dumm, lächerlich, unverstanden, nicht verstehen wollen, es darf gelacht werden. Spottet, macht euch lustig oder gähnt, nimmt es gar nicht zu Kenntnis die neue Ursache. Naiv.

“GESTALTUNGSKAPITAL“

Einführung

Ich weiß von der Kraft der utopischen Gedanken. Tief in unseren Genen liegt das wachsende Saatkorn zur Menschlichkeit. Ich krieche zur Menschlichkeit ich weiß noch gar nicht was das ist. Die Dimension dieses Wortes wirrt in der Menschheit. Ich will gestalten und wir sollten wollen gestalten hin zur Menschlichkeit. Es ist ein dummer Anfang gesetzt, dieser sich evolutionär zur höchsten Überzeugungskraft erarbeitet. Neue Ursachen setzen kann der Mensch, auch Sie.

Erste Vorbedingung

Ich meine hier alle Menschen, Frauen und Männer, Kinder und Alte, geistige Sonderlinge, körperliche Sonderlinge, Delinquenten, geborene und werdende Staatsbürger und ihre Gäste. Ich meine dieses Deutschland und diese Gedanken dürfen europäisch werden, dürfen in die Welt und nur die Gedanken und ihre Niederschrift haben ein Recht die Menschen zu erreichen.

Zweite Vorbedingung

Es gibt keine Sklaven mehr.
Die Würde des Menschen ist unantastbar und muss erweitert werden über den Tatbestand der Unverletzlichkeit der Körper hinaus. Jeder Mensch benötigt Notwendiges um sein Leben zu gestalten für sich und seine Gemeinschaft. Dem moderne Menschen müssen Grundkapitalien von Geburt an von seiner Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden, damit er Entlastet von Existenznöten zu seinen persönlichen Existenzhöchstleistungen sich befähigen kann.
Das unveräußerliche Gestaltungskapital für eine erweiterte Würde des Menschen bezieht sich auf:

Nahrung – Wohnung – Medizin – Bildung – Kommunikation – Information - Mobilität

Dritte Vorbedingung

Jeder Mensch gestaltet sein Leben Selbstbestimmt, Autonom und in selbstbestimmter Pflichterbringung. Jeder Mensch muss selbst denken, selbst handeln, selbst arbeiten um seiner selbst willen im Kontext seiner Gesellschaft und soll das Ganze der Gesellschaft, der Menschheit erweitern in all ihren Dimensionen. Das Universum ist unsere Herausforderung, nur hier überleben wir. Die Menschheit benötigt jeden Einzelnen von sich.

Vierte Vorbedingung

Es ist eine Organisationsfrage und Kapitalformfrage wie jeder Mensch seinen gleichen Anteil am Gestaltungskapital erhält, die Formen sind verhandelbar.
Das Gestaltungskapital kann sozialisiert zur Verfügung stehen.
Wird das Gestaltungskapital in einem Geldwert gegeben, das sich dem Sinn nach an Wirtschaftsabläufen orientiert so wird das Gestaltungskapital sich immer zerreiben zwischen Inflation, Rezession und Rendite.

Das Gestaltungskapital bekommt es einen Geldwert so muss der Wert im Recht verankert sein. Rechtswert = Geldwert = Gestaltungskapital = Grundrecht = unveräußerliche Würde.

.NAHRUNG
Wer nichts zu essen hat bekommt Nahrung. Hungern müssen darf nicht sein. Jeder Mensch muß eine akzeptierbare und körpergerechte Nahrung haben.

..WOHNUNG
Es gibt keine Obdachlosigkeit mehr. Jeder Mensch hat ein Obdach, seine eigenen vier Wände, mit blick zum Himmel, Wärme, Licht und Wasser über Quadratmeter und Mengen definiert. Anderer oder besserer Wohnraum muss individuell erarbeitet werden.

...MEDIZIN
Jeder Mensch wird medizinisch Versorgt. Die Gemeinschaft verpflichtet sich jedes Menschenleben zu retten, ihm seine Würde in Prävention, Krankheit und Tod zu garantieren. Vor der medizinischen Versorgung sind alle gleich.

....BILDUNG
Jeder Mensch erhält die gleiche Bildungszeit und eine freie Auswahl an Dozenten und Bildungsinhalten. Wir streben umfassende Bildung an und die Möglichkeit zum lebenslangem lernen.

.....KOMMUNIKATION
Es muss ein Kommunikationsmittel frei zugänglich sein das alle Gesellschaftsmitglieder frei nutzen können.

......INFORMATION
Alle Informationen des Staates, dessen Organe und der Mitwirkenden müssen frei zugänglich sein. Alle Informationen der Menschen die ein Land gestalten, müssen ebenfalls frei zugänglich sein.

.......MOBILITÄT
Um sein Gestaltungskapital in Arbeit umzusetzen muss eine effektive Mobilität frei verfügbar sein zwischen den unveräußerlichen Grundrechten:
Nahrung – Wohnung – Medizin – Bildung – Kommunikation – Information – Mobilität

Erste Nachbedingung

Das Gestaltungskapital wird freien, autonomen, sich selbstbestimmenden Menschen als „Vorschuss“ gegeben die mit diesem Kapital sich befähigen selbst zu denken, selbst zu handeln und selbst zu arbeiten. Das Individuum muss auch im sinne seiner Gesellschaft selbst denken, selbst handeln und selbst arbeiten können. Das Individuum erkennt die Notwendigkeit in selbstgesetzte oder ausgehandelte Pflichtbeiträge für seine Gesellschaft zu erbringen. Gute Organisation und Arbeitsteilung erbringt dem Einzelnen, sowie seiner Gesellschaft verbesserte Lebensbedingungen.

Zweite Nachbedingung

Der Mensch der sein Leben Gebildet hat mit einem Gestaltungskapital trägt Sorge und übernimmt Verantwortung für Einzelne und das Ganze. Das Gestaltungskapital soll Generationenübergreifend sich in seiner Gesellschaft etablieren.

Dritte Nachbedingung

Das Gestaltungskapital bildet gleichsam einen „Schutzraum“. Seine Bewohner sind Chancengleich zu allem was das Gestaltungskapital hergibt, mit der Ausnahme bei der Medizin. Bei der medizinischen Versorgung sind alle Menschen gleich. Jedem das Nötige und machbare.

Vierte Nachbedingung

Die Organisation und Arbeitsteilung im sinne des Gestaltungskapital ergibt den „Schutzraum“. Hier werden unsere Kinder und junge Menschen ausgebildet. Hier kommt man immer wieder ein Leben lang seine Bildungsnahrung holen. Hier wird gedacht, Handlungen vorbereitet, wir befinden uns in einer modernen „Universität“.

Fünfte Nachbedingung

Der „Schutzraum“, unsere moderne „Universität“ muss sich finanzieren, ebenso die Menschen die Gestaltungskapital bekommen. Das heißt Steuermittel fließen hinein. Firmen, Arbeitgeber, wer immer diese Menschen für sich arbeiten lässt bezahlt auch für das Gestaltungskapital. Die „andere Welt“ hat auch ihre Bedürfnisse und hang zum Leben: Wirtschaft, Militär, die Staaten untereinander, Stars und große Bühnen, hang zum Luxus, Superlativen aller Art die nur wenigste haben können, all dies kann eine Anreizfunktion behalten für menschliche Leistungskraft. Wenn jemand unbedingt für einen Sportwagen ein halbes Leben arbeiten will, soll man ihn daran hindern? Ein optimales Verhältnis zur Welt erarbeitet der Schutzraum unsere moderne Universität mit dem rechtlichen Instrument Gestaltungskapital. Draußen kann jeder seinen Luxus erarbeiten in der Hoffnung das das Gestaltungskapital auf Empathie beruhende, mitdenkende Menschen ausgebildet hat. Selbstbestimmt und Frei Einer für Alle und Alle für Einen. Den fleißigsten gebührt Ehre, den faulsten wollen wir nichts nachtragen und an den Dummen lernen wir wie es besser geht.

Das Gestaltungskapital ist der Versuch absolute Chancengleichheit bei den gesellschaftlichen Vorrausetzungen herzustellen. Die Idee Armut, Unterdrückung, Kriege, menschenverachtendes aus der Welt zu bringen. Das 21. Jahrhundert muss ein Jahrhundert des Denkens über die menschliche Existenz sein, über seine Stellung in der Natur, über sein Verhältnis zu anderen Menschen, über ein zusammenleben in Würde.

Wir müssen uns zu „Göttern“ machen voller Liebe zu aller Existenz.

Das Universum ruft den Gärtner und das sind Sie.

Sechste Nachbemerkung

Diese Erde mit ihrer Menschheit braucht jeden seiner Mitglieder und es sind die Mütter die das Recht haben Erdenmitglieder der Erde zu schenken. Die Menschheit muss sich das Universum zum Lebensraum machen, die Erde stirbt und ist sie für den Menschen unbewohnbar geworden bevor der Mensch im Universum weiterleben kann, ist diese Menschheit ausgestorben. Das wars.

Erste Niederschrift. Um ein Wort bilden sich Wörter, Sätze, Gedanken. Fliegt hinaus, bildet euch wie die Fruchtfliegen, krabbelt wie die Ameisen.

Rainer Wieczorek, Berlin im November 2008

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Kommentar von Rainer Wieczorek | 10.03.2012

MAIL ART - als Erweiterung der Sprache

Mail – Art kann ja jeder, wenn er will. Sie kommt aus dem Guten der Kunst und wendet sich an Alle. Impulse zur Empathie für das Menschliche, mit Mitteln der Kunst, für ein Thema dem sich ein Mail Art – Projekt stellt. Projekte mit Themenstellungen sind nicht zwingende Spielregel, aber die Hinwendung zu einer Grundannahme von der aus sich Mail Art von den klassischen Techniken der Kunstausübung absetzen kann und somit seine spezifische Berechtigung in den Kanon der Kunst festschreibt. Das Mail Art Denk Art sei, ist eine Grundlegende Ausgangssituation zum Mehrwert des Kunstsystems und der Mail Art selber. Die Denk Kunst ist eine Eröffnung zur Spracherweiterung durch und in der Kommunikation. Beuys sah die Erweiterung der Sprache durch die Zeichnung gegeben. Ich meine aber das im Netzwerk der Mail Art möglichkeitsreichere Varianten zur Spracherweiterung sich anbieten. Das Netzwerk erhebt den Anspruch Gespräche mit allen zu zulassen. Quer durch die Sprachen und Bildwelten und der fülle an Gestaltungstechniken kommen noch kulturelle und soziale Prozesse hinzu. Auch das taktile und sinnliche das einem Computer fehlt, dies in Gang gesetzt, da lebt hier mehr. Durch die Mitteilungsfantasien, in die breite der Kulturtechniken hinein, mit einer demokratischen Unbedingtheit offener Spielregeln und den Melodien zur Anarchie ergibt sich die Eigenständigkeit der Mail Art als Beitrag zum Erweiterten Kunstbegriff. Anarchie, ein kriminalisierter Begriff im deutschen Heute, Lauthals posaunt immerzu von den egoistischen Machtverliebten. Anarchie ist aber ein politischer/gesellschaftlicher Freiheitsanspruch ohne Machtausübung über Andere und die Anderen haben keine Macht über dich. Ein utopischer Gedanke, den ich liebend gerne Mitentwickele die Gedanken zu einer Demokratie mit offenen Grenzen zur Anarchie. Im Selber Denken, Selber Handeln, Selber Sein an der Menschwerdung verankert. Arbeiten am Weltbürger in der Weltkommunikation. Als Konzept zur menschlichen Menschheit jedes Einzelnen mit seinen Beiträgen und Gestaltungskompetenzen in Harmonie bringend, das Ich zur Menschheit. Mail Art kann als Beitrag und Vorspiel aufgefasst werden hierzu. Lassen wir uns das Spiel nicht verderben, lass dir das Spiel nicht verderben. Erfinder, Entdecker, Stars, das war´s, diese kleinkarierten Marketingkonzepte bedienen die bittere Eitelkeit, geschminkte Hässlichkeit, Tarnungen der Kunstlügner.
Den Eiterungen widersprechen.
dada
DADA – Fluxus – Happening
Situationisten – Aktivisten...
wurde Frau und jemannd
vergessen...
Street Art...
Mail Art...
NETZWERK...
in den
Erweiterten Kunstbegriff
Ich-Du-Er-Sie
und
Ihr-Wir-Sie
sind
Wirich
im
Ichwir
im
Wirich
sind WirArt
sind Kinder der Kunst...
Mütter der Kreativität!

Vielen Dank für Ihre und Eure Aufmerksamkeit und die Möglichkeit mehr Menschen zu erreichen und jedem Leser hier. Rainer Wieczorek am 10.3.2012

Kommentar von Heikor | 30.04.2012

 

 

"(c) Kirkeby, Photo Bergmann" verstehe ich nicht. Ist das Portrait des Meisters ein von Bergmann realisiertes Werk von Kirkeby? Wer ist Hersteller des Werkes? Was soll das? Es ist ja doch etwas anderes als 1000 Arbeiter bauen die Chinesische Mauer.